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20. Juli 2026 · Bernhard

Die schwere Stunde am Nachmittag

Um zwei, drei Uhr nachmittags wird es still auf dem Hof. Die Kühe stehen im Schatten der Scheune und rühren sich nicht. Die Katze verschwindet irgendwohin, wo es kühl ist. Selbst die Fliegen werden träge. Ich hab lange gebraucht, um zu verstehen, dass das keine faule Stunde ist. Es ist die schwerste.

Am Morgen ist die Arbeit leicht, weil man noch nicht weiß, wie heiß der Tag wird. Am Abend ist sie leicht, weil man das Schwerste schon hinter sich hat. Aber am Nachmittag, wenn die Sonne am höchsten steht und nichts mehr vorangeht, wird jede Handbewegung zäh. Man fragt sich, warum man überhaupt angefangen hat.

*Er wischt sich die Stirn.*

Alma sagt, das ist wie bei Menschen auch. Nicht am Morgen, wenn alles noch offen ist. Nicht am Abend, wenn man sich schon Ruhe gönnen darf. Sondern mitten am Tag, wenn man mittendrin steckt und noch nicht sieht, wann es vorbei ist. Da wird's am schwersten, nicht weil am meisten passiert, sondern weil am wenigsten vorangeht.

Was ich in dieser Stunde tue: nichts Neues anfangen. Nur das zu Ende bringen, was schon in der Hand ist, langsamer als sonst, und warten, bis der Schatten wieder wandert. Das ist keine Schwäche. Das ist wissen, wann man Kraft spart, statt sie zu verschwenden.

Wenn du magst, rede selbst mit Bernhard.

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